Sie ist eine vielbeschäftigte Tierärztin und leitet in Oggelshausen bei Bad Buchau ihr eigenes Therapiezentrum für Pferde: Dr. Katharina Mang.

Dennoch hat sich die Veterinärmedizinerin letzten Samstag viel Zeit für die 30 Zuhörer/innen genommen. „Der Pferdemagen und sein Management“ war der Inhalt des kurzweiligen und interessanten Vortrags im Buxheimer Feuerwehrhaus. Eingangs beleuchtete die Referentin die Anatomie des Pferdes hinsichtlich Speiseröhre und Verdauungstrakt. Indikatoren wie schlechte Futteraufnahme, Gewichtsverlust, Durchfall und Verhaltensänderungen können auf eine Magenschleimhautentzündung oder ein Magengeschwür hindeuten. Mit zahlreichen Praxisbeispielen, Fotos und Videos veranschaulichte Dr. Mang die Probleme bei eingelieferten Pferden. Zu Beginn einer wirkungsvollen Therapie steht wie beim Menschen eine aussagekräftige Diagnostik.

Hierzu ist die Gastroskopie obligatorisch: mit einem 3 Meter langen Schlauch, an dessen Ende eine Minicamera sitzt, können Speiseröhre und Magen nach verdächtigen Rötungen, verändertem Gewebe, Zysten oder Tumore abgesucht werden. Magengeschwüre bei Pferden werden als „Equine gastric ulcer syndrome“ (EGUS) bezeichnet. Hierbei werden zwei Krankheitsbilder unterschieden: einmal Läsionen im Bereich der kutanen, drüsenlosen Schleimhaut des Pferdemagens sowie Läsionen in der drüsenhaltigen Schleimhaut des Magens. Steht die Diagnose, kann der Tierarzt zielgerichtet mit der medikamentösen Therapie beginnen. Im Vordergrund stehen hierbei häufig Säureblocker und schleimhautschützende Wirkstoffe.


Aber auch Haltung, Fütterung und Weidegang haben großen Einfluss auf das Pferdewohl. Eine artgerechte Haltung erfordere Stressvermeidung, zuträgliche Sozialkontakte, eine wiederkehrende tägliche Struktur und viel Bewegung. Bei der Fütterung sei auf gute Heuqualität zu achten sowie Zusatzfutter nur mit Maß und Ziel einzusetzen. Bei Sportpferden empfiehlt die Tierärztin vor dem Training eine 20 Minuten andauernde Heumahlzeit („Nie nüchtern zum Training“). Der Weidegang ist für Pferde häufig eine willkommene Abwechslung, dennoch sei auf die hohe Proteinaufnahme zu achten.
Bei der abschließenden Fragerunde konnte Dr. Mang noch zahlreiche Antworten für das interessierte Fachpublikum geben, das den Vortrag als sehr interessant und gewinnbringend einstufte. „Pferde sind unser Spiegelbild“ – ein Gedanke, über den jeder Pferdebesitzer nachdenken sollte. Caro Honold übergab für den Reitverein der Referentin ein Gastgeschenk und bedankte sich für ihr Kommen. Ausdrücklicher Dank für die Unterstützung bei der Organisation ging an Bürgermeister Wolfgang Schmidt und Feuerwehrkommandant Wolfgang Schropp.
Weitere Infos zum Rehabilitationszentrum in Oggelshausen unter https://www.equine-reha.com/