Der Emporkömmling aus niederem böhmischen Adel war den mächtigen Kurfürsten schon bald ein Dorn im Auge: Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, geb. 24.09.1583 (genannt Wallenstein) stieg im 30-jährigen Krieg zum obersten Feldherrn der kaiserlichen Truppen auf und imponierte dem chronisch klammen Kaiser Ferdinand II. durch geliehenes Geld und militärischen Erfolge.

Ende Mai 1630 kam Wallenstein mit seinen Truppen nach Memmingen und bezog Quartier im Fuggerbau. Alle vier Jahre nimmt dies der Memminger Fischertagsverein zum Anlass, den Aufenthalt des Feldherrn in einem großen Historienspiel nachzuempfinden. Heute wurde der Einzug Wallensteins mit über 4000 Mitwirkenden dargestellt und die Stadt wird nun für eine Woche in ein düsteres Kapitel der Geschichte eintauchen, in der das Leben der Bevölkerung von vielen Beschwernissen geprägt war. Zurück zum Einzug: natürlich spielt die Reiterei eine große Rolle und ihr werdet einige „alte Bekannte“ erkennen, die allerdings einen durchaus sympathischen Eindruck erwecken.








Auf dem Regensburger Kurfürstentag im Sommer 1630 entschied Kaiser Ferdinand auf Druck der Kurfürsten, den Wallenstein aus seinen Diensten zu entlassen. Am 6. September 1630 wurde dem geschassten Feldherrn im Memminger Fuggerbau das Absetzungsschreiben überbracht. 1634 witterte der Kaiser und die Kurfürsten Verrat: der einst so mächtige Wallenstein wurde von kaisertreuen Offizieren in Eger ermordet.





